kw 02/26 – 1000 Dinge


Realitätssalon. Tausend Dinge, die interessanter sind als tausend andere Dinge, die interessanter sein wollen, als sie tatsächlich sind.

Im Land der Zuschauer gibt es so viele Menschen, die für jedes Problem eine probate Lösung aus dem Ärmel schütteln. Wobei die tatsächliche Kenntnis von Lage und Information nur hinderlich sein kann. Das Munkeln und das Unken ist dagegen nur möglich, je weniger man etwas zu einer Sache weiß.

Dagegen helfen auch nicht die neuerdings aus dem Boden gestampften Hilfeseiten nach dem Motto „Alles, was wir wissen“. Denn selbst dieses Wissen ist temporär. Ich bin kein Fan von Schach, weil es unheimlich anstrengend ist, die eigenen Züge über ein paar Stationen zu planen, unter der Vermutung der Zugbewegungen des Gegenübers. Ich bin daher auch ein absolut schlechter Schachspieler.

Immerhin das weiß ich aber mit Sicherheit. Nämlich über mich. Dem steht die Unsicherheit von Informationen im Allgemeinen gegenüber. Was nicht heißt, dass es auch da Abstufungen der Gewissheiten gibt.

Das ist einer der Vorteile, die einem Kunst und Geschmack bieten. Nämlich, dass man hier grundsätzlich weniger weiß und auch nicht wissen muss, weil es hier nicht viel zu unken oder zu munkeln gibt, was die Kunstwerke selbst angeht. Außer vielleicht über die physikalischen Daten hinaus.

So gibt es also hier 1000 Dinge auf einem Foto zu sehen und man erfasst doch niemals alle. Was normalerweise auch nicht das Ziel der Herstellung und der Betrachtung ist.

realitätssalon. Foto: Hufner
realitätssalon. Foto: Hufner