kw 04/26 – spuren im zingster sand


Seltsame Spuren im Sand. Kinderschuhe und Enten, Möwen oder ich weiß nicht was. Es muss ja nicht immer Hund sein. Langsam kommt man hier an. Langsam kommen die Hunde hier an. Aber Standard: Die Wohnungsvermietung baut immer mal wieder Schlüssel-Mist. Vor anderthalb Jahren wurden zwei Schlüssel von Mieter:innen gegeneinander vertauscht. Dann war es mal der Falsche. Jetzt der Falsche, der aber für den Kellerzugang gepasst hat.

Und dannach der Einwand, dann nehmen Sie doch den! Was wunderbar ist, wenn man weiß, dass eine Reise unsererseits eigentlich immer eher einem Umzug gleicht. Kein Wort des Bedauerns. Immer die gleiche Leier. Letztes Jahr eine Art Kaffeemaschine mit der man zwei Puppenhaustässchen befüllen konnte. Nirgendwo sind dafür Kaffeefilter zu bekommen. Behelfsweise irgendwo eine Presskanne besorgt. Dazu Bauarbeiten damals mit Totalsanierung des Badezimmers direkt über einem.

Jetzt sind wir aber da. Und die Sachen sind ausgeräumt. Und eingeräumt. Das Wetter hat sich gedreht von dunkel und grau zu sonnig und blau. Kalt bleibt es zweifellos. Und das ist herausfordernd, weil die Hunde eingewickelt werden müssen mit Mantel und Schal.

Man glaubt gar nicht, wie viel Zeit dafür allein draufgeht. Hinter allem der neue Faschismus in den USA. Ich meine, ich erinnere mich, dass bei im Vorwort der Studien zum autoritären Charakter Adorno konstatierte, dass in den USA in den 30er Jahren der Antisemitismus noch schärfer ausgeprägt gewesen sei als in Deutschland. Aber die Deutschen wollen ja immer in allem Spitzenreiter sein, außer in Mitmenschlichkeit, Sachlichkeit, Vernunft und Verstand. Zur Not reicht aber auch eine Spitzenposition in vorauseilendem Gehorsam und in Unterwerfung gegen die aktuellen Meister des Todestriebs, wie sie in Russland und den USA zeitgleich auftreten. Nicht mehr gegeneinander, sondern im Wettbewerb.

Und ich spaziere ein Wohlgefühl im Rudel mit Frau und zwei Hunden. Letztere ziehen Freundschaften mit anderen Artgenossen der Feindschaft vor.