Man muss auch mal sehen, wenn alles Getue und Gemache am Ende nicht erfolgreich ist. So bei der GEMA-Reform zum Schlechteren. Für viele. Aber man sieht auf den Bildern trotzdem eher halbvergnügte Gesichter. Die große Familie der GEMA hält zusammen, irgendwie und irgendwo haben ja auch manche einen guten Schnitt gemacht.
Die Themen konnten gleichwohl nicht mit Distanz bearbeitet werden. Ich habe da viele Schmerzen auf vielen Seiten wahrgenommen. Es geht am Ende vor allem, wie mir scheint, um viel Geld, was nun umverteilt wird. Manche werden viel verlieren, viele werden deutlich etwas verlieren. Verloren haben aber am Ende schließlich alle. Weil das Niveau der Diskussion entweder vergiftet oder unterkomplex gewesen ist.
Vor einigen Jahren hatte ich im Zusammenhang mit Geldverdienen bei Verwertungsgesellschaften für die Sendung „taktlos“ ein „Bild“ noch ganz herkömmlich hergestellt. Den Witz, falls ihn einer bemerkt, muss man, kann man nicht erklären. Es gab damals halt auch Klingeltöne und die wurden auch im Geschäftsbericht der GEMA meiner Erinnerung nach, ausgewiesen. Das war auch die Zeit, wo die Werbung im linearen Fernsehen unterbrochen wurde mit „RUF MICH AN“ und eben Klingetönen, die man sich per SMS einkaufte. Oder war es gar umgekehrt?
Alles passé. Ebenso wie die Einnahmen bei der GEMA aus Lizenzeinnahmen durch CD-Produktionen. Es wird ja gestreamt. Die Zeiten ändern sich. Anfang der 2000er-Jahre schien noch der physische Besitz mit einer CD vollkommen so selbstverständlich, dass das Brennen von CDs als Problem der Piraterie massiv verfolgt wurde.
Die andere Seite: Es ist am Ende für das Konto egal, ob man eine Sinfonie schreibt, die niemand aufführt, oder einen Klingelton komponiert, der auf Millionen Handys erklingt. Bzw. ist es eben nicht egal, und in Zukunft wäre es noch egaler, gäbe es noch Klingeltöne.
