kw 07/26 – noch ist es eis


Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals eine so lange Phase mit ausdauerndem Blitzeis erlebt hätte, wie dieses Jahr hier in Brandenburg an der Grenze zu Berlin.

Das ging eigentlich schon im Januar los. Nach einem tollen Schneefall weichte alles auf, es wurde wärmer. Schneematsch und Eisbildung wechselten sich ab. Die Temperaturen entsprechend um die Null Grad Celsius. Kleinere Rampen wurden zu Rutschbahnen. Man machte vieles wett durch Pinguin-Gang. Watschel!

Hingelegt hat es mich häufiger gerade eben noch nicht. Die Reflexe waren immer noch sehr okay. Bis auf den zweiten Tag nach der Rückkehr aus Zingst. Gleich am Eingang zum Wald, nach etwa 15 Metern war es so weit. Zack, ging das schnell. Dann die Phase, Hund an der Leine, die Liebste in der Nähe, sortieren und Inventur machen, wo tut es auch später vielleicht noch weh,

Aus Watscheln wurde erst einmal Robben. Dann Aufstehen und Coolbleiben. Am Ende war es nur eine Abschürfung am Knie. Doch die Geschwindigkeit beim Festenhaltunterdenfüssenverlieren hat selbst mich überrascht, wo ich sonst noch mit einem Bein mich bisher immer retten konnte oder in Position dieses russischen Tanzes „Kasatschok“

Jetzt tauen, siehe Bild oben, die Eislaternen langsam weg. Befinden sich aggregatartig zwischen fest und flüssig und geben ihr Geheimnis beim Verfestigen mit Blubbs frei. Alles Unikate, im Prozess der Auflösung ebenfalls.

Hier schnell von der Tischkante her fotografiert, ohne Anspruch, eher so, wie damals bei der Lomografie. Keine eigene Bildbearbeitung, die Kamera bearbeitet alles vorweg, weiß man.

Zurück zum Anfang. Die Ausdauer dieses Null-Grad-Celsius-Wetters mit Spitzen zu deutlichem Frost ist erstaunlich. Wir erinnerten uns an die Kindheit: Ja, Blitzeis gab es auch. Aber nur so einen halben Tag. Eisregen und dergleichen. Ich erinnere mich, dass ich an so einem Tag zu einem Klassenkameraden fahren wollte mit dem Fahrrad (oder zu Fuss), um ihm seine Schlittschuhe abzukaufen. Auf dem Weg solche leichten Rampen, dass ich immer wieder zur Seite rutschte. Irgendwie muss ich es geschafft haben, zu ihm zu kommen, aber es war sehr beschwerlich,

Neulich sagte ich noch: Als Mitteleuropäer mag ich die Abwechslung, aus- und andauernde Wetterlagen kenne ich erst aus jüngerer Zeit. Grau – lang. Feucht – lang. Blitzeis – täglich. Das ist wie die Hitzewellen im Sommer, ohne Regen schwer zu ertragen. Auch das, eine Folge der klimatischen Katastrophe, die wir ja längst schon miterleben.