Die Welt des Schönen

 
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1999 ff. martin hufner,
regensburg
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1999 ff. martin hufner, regensburg
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Kleiner Mann

Düster und tumb

Ryuichi Sakamoto: Discord, (Multimedia-CD PC und Mac, 256 Farben) Sony SK 60121


„Was kann ich tun, um anderen Menschen zu helfen?" Diese Frage stellte sich der Komponist Ryuichi Sakamoto. Man kann somit zwar erahnen, was den Schauspieler, das Fotomodell und den Filmusikkomponisten („Der letzte Kaiser", „High Heels", „Himmel über der Wüste") dazu trieb, diese CD mit Multimediateil auf den Markt zu werfen. Unbegreiflich bleibt das schlampige Resultat.

Eine düster repetierte Musik legt sich über dieses Machwerk mit dem waghalsigen Titel „Untitled 01". In vier Sätzen werden Orchesterklänge mit Rockmusik und elektronischer Musik zusammengebracht. Das Kompositionsprinzip liegt irgendwo zwischen „Wir bauen eine Stadt" und dem „Bolero". Mit Ausnahme des krachigen zweiten Satzes (Anger – Zorn) überwiegt ein lyrisch-weinerlicher Tonfall. Zuviel Strauss-Instrumentationslehre gelesen, Herr Sakamoto? Doch es ist alles hausbacken, langweilig, technisch unzulänglich.

Wenn von der Musik schon nichts zu erwarten ist, so vielleicht von dem Multimediaanteil. In der Tat ist hier das „Artwork" etwas pfiffiger. Alle vier Sätze erhalten hier, was sie musikalisch nicht haben, ein eigenes Gesicht. Die Möglichkeiten zur Interaktion durch den geschickten Einsatz von Mausklicks bleiben aber beschränkt. Fliegende Typos sind noch das Schönste an diesem Teil der CD. Und so legt sich zu der schülerhaften Arbeit des Komponisten ein heile Designerwelt.

Beeindruckend nur in der Naivität ihres Zusammenhangs. Zwar, oh wie großzügig, kommen die anteiligen Einnahmen am vierten Satz (Salvation – Erlösung) der von Brian Eno gegründeten Hilfsorganisation für kriegsgeschädigte Kinder – „War Child" – zugute. Doch besser hätte man dafür sämtliche Produktionskosten verwendet. Das wäre wahrscheinlich erstens mehr gewesen, und man hätte dazu beigetragen, musikalischen Sondermüll zu vermeiden, was schließlich auch der Umwelt zugute gekommen wäre.

Martin Hufner

 

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