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1999 ff. martin hufner,
regensburg
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1999 ff. martin hufner, regensburg
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Kleiner Mann

Piano Inside – Out

Reinhold Friedl, Michael Iber, Yun Kyung Lee

Edition Zeitklag-Kammermusik


„So eine Schande", sagt Charlie Brown, wenn mal wieder etwas nicht geklappt hat. Das könnte auch dann der Fall sein, wenn bei den „Peanuts" dem Pianisten Schröder der Flügel zusammenbricht. Ja, so ist es und doch ist es auch ganz anders. Es gilt hier eher Bart Simpsons „Ay Caramba" für diese CD. Michael Iber, Reinhold Friedl und Yun Kyung Lee legen das Klavier flach, um es in dieser misslichen Lage neu zu entdecken.

Auf dieser CD finden sich nur Stücke, bei denen das Klavier auf unromantische Weise durchgeklopft, präpariert, mit Nylonschnüren und Bogenhaaren regelrecht ausdifferenziert wird. Auf diese Weise schöpft das Trio Musik aus dem Instrument, welches jetzt wie ein großes Klangorchester zur Wirkung kommt. Unter den eingespielten Stücken ist auch Mario Bertoncinis „Cifre", schon 1964 komponiert, aus einer Zeit als in der neuen Musik noch hektisches und fruchtbares Durcheinander herrschte. Wie wenig alt dieses Stück klingt!

Und ebenso neu wirken die Stücke von Bernfried Pröve, Yun Kyung Lee und Reinhold Friedl. Dabei ist Pröves „Aside" noch eine gediegene, problemlos zugängliche, unkantige und direkte Studie. Das schönste Stück ist sicherlich Friedls „Epitaff". Es gleitet wie ein besinnliches und beinahe körperloses Musikpoem, das zuweilen einen kompletten Orchesterklang und elektronische Klangerzeugung zu ersetzen vermag – so vielschichtig, in sich fluoreszierend und unfaßbar sind die Klangschiebungen und -mixturen.

Yun Kyung Lees „Strings for piano" sind auf dem besten Wege zu einer eigenständigen ästhetischen Vision. Der musikalische Prozeß ist hier im positiven Sinne vorsichhindämmernd und darum einer eigenartigen Logik folgend, die dem Europäer eilfertig eine Nähe vorgaukeln kann, die sie in Wirklichkeit nicht hat. In einem Gebiet, welches man durchaus als unbeackert ansehen darf, komponieren diese drei mit einem kompositorischen Selbstverständnis, das neben allem experimentellen Charakter weit mehr als eine Klangerprobung ist. Ein Utopia in der Musik. „Schroeder’s Death" von László Vidowsky nimmt sich sich des Peanuts Pianisten Schroeder an, dessen Skalenübungen (obwohl der sonst nur Beethoven spielt) Stück um Stück durch Präparationen denaturiert wird. Nicht das beste Stück, aber als Etüde durchaus interessant.

Martin Hufner

 

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